13.10.2021

Stolperstein-Putzaktion

In diesen Tagen jährt sich zum 80. Mal der Beginn der Juden-Deportationen aus Berlin. Der erste Zug verließ die Stadt vom Bahnhof Grunewald am 18. Oktober 1941. In den folgenden Jahren wurden Zehntausende in die Konzentrationslager deportiert und größtenteils ermordet, die meisten vom Bahnhof Moabit aus.
Für einen Teil von ihnen sind in den vergangenen Jahren Stolpersteine verlegt worden, meist an der letzten frei gewählten Wohnadresse. Auch unser Verein “Sie waren Nachbarn” war in den letzten zehn Jahren immer wieder an Verlegungen beteiligt. Wir nehmen das Jubiläum zum Anlass, einige der Stolpersteine in Moabit zu putzen. Dies ist nötig, weil sie natürlich ständig Verschmutzungen ausgesetzt sind.
Am kommenden Sonntag Nachmittag werden wir deshalb eine Runde durch das Westfälische Viertel machen und einige dort verlegte Stolpersteine reinigen. Bei einem Teil der Steine werden diejenigen vorgestellt, an die sie erinnern.
Wir laden Sie dazu ein, an der Putzaktion teilzunehmen. Treffpunkt ist um 13 Uhr vor der Krefelder Str. 21.

Stand beim Straßenfest

Bis 2019 waren wir jedes Jahr auf dem Moabiter Kiezfest am Rathaus mit einem eigenen Infostand vertreten, manchmal auch bei anderen Straßenfesten. Durch die Pandemie ist leider alles ausgefallen – bis auf das diesjährige Perlenkiezfest am 27. August! Deshalb haben wir uns wenigstens in diesen nur fünf Stunden mit unserem Infomaterial in der Birkenstraße hingestellt und viele MoabiterInnen über unsere Arbeit informiert und darüber diskutiert.

10 Jahre “Sie waren Nachbarn”

Am 18. Oktober 2011 fand die erste öffentliche Aktion von “Sie waren Nachbarn” statt. Ursprünglich nur als Kampagne zur Erinnerung an die Deportationen gedacht, entwickelte sich daraus die Initiative und später der Verein. Für uns gilt dieser Termin deshalb als Gründungsdatum. Damals wurde in zwei Schaufenstern des einstigen Hertie-Kaufhauses eine Ausstellung eröffnet: Scherenschnitte in Lebensgröße stellten einen Deportationszug dar. Dazu ist erstmals die Liste der Moabiter Deportierten öffentlich gezeigt worden, die seitdem immer wieder aktualisiert wird. Außerdem gab es parallel eine Plakataktion im gesamten Moabiter Kiez. Einer der Redner war der damalige Leiter der Topographie des Terrors, Rabbiner Andreas Nachama.
Dass sich aus dieser Aktion ein Verein entwickeln würde, der auch nach zehn Jahren noch aktiv ist, war damals nicht abzusehen. Es ist einerseits gut, dass es in Moabit eine Gruppe gibt, die sich der Gedenkarbeit widmet; leider zeigt dies aber auch, dass es nötig ist, vor allem wegen des noch immer weit verbreiteten Antisemitismus und Rassismus in der Gesellschaft.
Wie in den vergangenen zehn Jahren ist der Verein weiterhin offen für Menschen, die sich engagieren möchte. Bei Interesse melden Sie sich einfach.