Am Sonntag, den 8. März 2026 wurden vor dem Haus in der Jagowstraße 4 insgesamt 11 Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an einstige jüdische BewohnerInnen:

Gertrud Frank sowie ihre Kinder Bernhard, Werner und Margot
Gertrud und Max Jakoby sowie ihr Sohn John
Johanna und Alfred Meyer sowie ihre Kinder Kurt und Rose
Während die Eltern 1941 und 1942 aus unserem Haus deportiert und ermordet wurden, verließen die Kinder in den 1930er Jahren ihre Heimat und entgingen so dem Schicksal der Ermordung.Im Anschluss an die Verlegung durch Gunter Demnig, Künstler der weltweiten Stolpersteininitiative, wird es eine kleine Zeremonie geben, die an die Menschen erinnern soll.
Bei der Recherche fanden wir heraus, dass in der Zeit des Nationalsozialismus in dem Eckhaus Tile-Wardenberg-Straße 6 / Jagowstraße 4 30 jüdische Bewohnerinnen und Bewohner gelebt haben.
Einige von ihnen haben ihren Wohnsitz in dem Haus frei gewählt, andere wurden vor ihrer Deportation zwangsweise in Wohnungen in dem Haus einquartiert. Außer den in der Schoah Ermordeten gibt es jedoch auch weitere Opfer des Naziterrors, nämlich jene vor allem jüngere Menschen, die in den 1930er Jahren die Flucht aus dem Deutschen Reich ergriffen und dadurch der Ermordung entgingen.
Für die jüdischen MitbürgerInnen, die vor ihrer Flucht oder Deportation im Haus ihren frei gewählten Wohnsitz hatten, sollen zur Erinnerung und Mahnung Stolpersteine verlegt werden.
Die Recherchen zu den einzelnen Personen haben wir versucht, die Schicksale in einer Broschüre zu dokumentieren und stellen die Ergebisse allen Interessierten hier zur Verfügung:
Broschüre zu den Jüdischen Bewohnern des Hauses
Anmerkung: Die Broschüre wird von den Autoren weiter überarbeitet und aktualisiert. Die Berliner Zeitung berichtete über die Verlegung:
https://www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/sie-waren-nachbarn-wie-sich-eine-initiative-um-das-schicksal-juedischer-hausbewohner-kuemmert-li.10023171
Zur Verlegung der Steine fanden sich ca. 150 Nachbarn, Freunde und der Chor Kontrapunkte aus Berlin ein, der der Verlegung einen würdigen musikalischen Rahmen verlieh.

Nachbarn bei der Verlegung in Moabit.

Gunter Demnig bei der Verlegung der 11 Stolpersteine

Stolpersteinverlegung von oben