Mechthild Merfeld ist tot

Am 25.01.2026 starb Mechthild Merfeld, Gründungsmitglied und langjähriges Vorstandsmitglied des Vereins „Sie waren Nachbarn“.

Zeit ihres Lebens engagierte sie sich beruflich wie privat gesellschaftspolitisch. So auch in ihrer Nachbarschaft in Berlin-Moabit seit 2012 bei der Initiative und späteren Verein „Sie waren Nachbarn“, um die Erinnerung an die Shoa wachzuhalten.

Bei der Weiterentwicklung der Initiative hin zu einem Verein im Jahr 2015 war sie maßgeblich an der Gründung beteiligt und ließ sich in den Vorstand wählen, den sie bis 2022 mit leitete.

Wer durch die Unterlagen des Vereins blättert, stößt ständig auf ihren Namen. In unzähligen Briefen und E-mails, die sie mit verschiedensten Menschen in Austausch brachte, spürt der Lesende ihre Beharrlichkeit, ihre Klarheit und ihre Geduld, die Dinge, die ihr wichtig waren, durch- und umzusetzen.

Mechthild Merfeld ist mit vielen Aktionen und Projekten des Vereins eng verbunden. Sei es die Umsetzung zur Kenntlichmachung des Deportationsweges „Ihr letzter Weg“, die Durchführung von Veranstaltungen zur Information und Aufklärung oder die Recherche und Unterstützung zur Verlegung von Stolpersteinen.

Besonders hervorzuheben ist der jahrelange Austausch mit der Familie Gidron in Israel, deren Vorfahren von den Nazis in Berlin verfolgt und ermordet wurden. So konnten für die Angehörigen der Familie Gidron etliche Stolpersteine verlegt werden. Es entwickelte sich eine Freundschaft, die von vielen Besuchen der Familie in Berlin, aber auch von einem Gegenbesuch einer Gruppe des Vereins, zu der auch Mechthild Merfeld gehörte, geprägt war.

Als sie merkte, dass ihre Kräfte nachließen, zog sie sich aus der Vorstandsarbeit zurück, nicht ohne weiterhin im Hintergrund mit Ratschlägen zur Verfügung zu stehen.

Die Beisetzung findet am 12.02.2026 um 13.30 Uhr in Kassel statt.

Wir haben mit Mechthild einen klugen und warmherzigen Menschen verloren. Wir vermissen sie und sind dankbar für die Zeit, in der wir gemeinsam die Anliegen des Vereins umsetzen konnten. 

Unser Mitgefühl gehört den Angehörigen.

Im Namen von „Sie waren Nachbarn e.V.“

Thomas Schöndorfer und Mirjam Ekelmann